Vor vier Jahren mitten in einer Phase meines Lebens, in der eine Berufung plötzlich zu Ende ging und unklar war, was als nächstes kommen würde, habe ich mit viel Gewinn Jeff Hendersons Buch „What to Do Next: Taking Your Best Step When Life Is Uncertain“ gelesen.

Seitdem habe ich immer wieder mit Menschen gesprochen, die ihrerseits in Umbruchphasen in ihrem Leben waren und sich gefragt haben: what’s next?

Wie kannst du einen oder zwei hilfreiche nächste Schritte finden? Du musst nicht den Rest deines Lebens kennen- einfach nur den nächsten Schritt.

Hier sind drei Fragen, die Jeff Henderson in seinem Buch stellt und die mir geholfen haben, nächste Schritte zu finden. Vielleicht bringen dich diese Fragen voran. Oder du schickst sie einem Freund, der gerade in einer solchen Phase ist.

1. Wen kannst du um Hilfe bitten?

Es gibt einen biblischen Grundsatz, der besagt: „Pläne scheitern aus Mangel an Rat, aber mit vielen Beratern gelingen sie.“ 

Seit meiner letzten what’s next-Phase habe ich einige Männer, die ich um Rat und Hilfe bitten kann. Viele von ihnen sind älter und erfahrener als ich, ich respektiere sie und schaue zu ihnen auf. Mehr noch – ohne diese Männer wäre ich nicht da wo ich jetzt bin. Sie sind Teil meiner Reise und sind an allen meinen Entscheidungsprozessen beteiligt. Einige sind einfach sehr erfahren und weise und sind mir mindestens eine Lebensphase voraus. Andere haben eine prophetische Begabung. Wieder andere sind starke Ermutiger und einige haben von allem etwas. Was sie alle verbindet: sie dürfen und sollen mir ins Leben reden.

Also: wenn du über eine berufliche Veränderung nachdenkst, ist es einer der wichtigsten Schritte, Menschen, die du respektierst, um Rat zu fragen. „Was würdest du an meiner Stelle tun?“ ist eine gute Frage, die du stellen kannst.

Welche Ratgeber hast du in deinem Leben? Wie müsste ein Mensch sein, den du als Ratgeber respektieren würdest? Wo sind Menschen, die schon dort sind, wohin du gern möchtest, und was kannst du von ihnen lernen?

 

2. Was würdest du riskieren?

Unser größtes Risiko ist oft das Geld. Ausgaben und Kosten, finanzielle Verpflichtungen, Versicherungen usw. Oft hindert uns die Befürchtung, nicht ausreichend finanzielle Mittel zu haben, nächste Schritte in eine unsichere Zukunft zu gehen. Menschen vermeiden es, ihren nächsten Schritt zu gehen, aus Angst, zu scheitern.

Wie lange könntest du finanziell überleben, wenn du heute deinen Job aufgeben würdest. Was würdest du noch verlieren, wenn du deinen nächsten Schritt gehst? Was wird dich dein Next Step kosten?

Meist gibt es keine oder nur sehr oberflächliche Antworten auf diese Fragen. Aber ein Mangel an Klarheit ist der Nährboden für Angst. Deshalb klammern sich so viele Menschen an die vorhandene Sicherheit, während sie gleichzeitig zulassen, dass ihre Seele an einem Job zerbricht, den sie hassen.

Es ist wichtig, gut zu reflektieren, wie hoch das tatsächliche Risiko ist.

Was kannst du JETZT tun, um dieses Risiko in der Übergangsphase zu minimieren?
Ein biblisches Prinzip ist es, vor dem Hausbau die Kosten zu überschlagen, um zu wissen, ob die vorhandenen Mittel reichen. Gleichzeitig darf und muss ein gewisses Restrisiko bleiben, denn wir werden nie ein risikofreies Leben führen, auch wenn wir das in den sicheren Phasen unseres Lebens meinen.

Welche Risiken wird dein Next Step mit sich bringen? Welche schon vorhandenen Ressourcen kannst du nutzen? Was kannst du jetzt tun, um dieses Risiko abzufedern? Welche Risiken werden bestehen bleiben und wie kannst du mit Unsicherheiten umgehen?

3. Gehst du auf etwas zu oder rennst du vor etwas davon?

Ich vermute, dass der Grund für die Rückkehr in den alten Beruf oder in die vorherige Aufgabe oft darin liegt, dass man vor etwas davonläuft, anstatt sich einer neuen, überzeugenden Vision zuzuwenden.  Wenn Menschen feststellen, dass es auch in der neuen Stelle Probleme gibt, kehren sie oft zu der vertrauten Stelle zurück, selbst wenn diese dysfunktional und frustrierende war.

Sie sind vor etwas davongelaufen, was sie nun immer wieder einholt, egal wohin sie gehen.

Woher weißt du, ob du von etwas weg oder auf etwas zu läufst? Denk darüber nach, welches Gefühl du mehr empfindest: Frustration oder Vorfreude?

Wie sehr bist du frustriert über deine derzeitige Situation? Wie dringend ist es, dass du dieser Situation entkommst? Oder freust du dich mehr auf das, was als Nächstes kommen könnte? Bist du gespannt und positiv im Hinblick auf deine Zukunft?

Oft braucht es eine gewisse Unzufriedenheit als Antrieb oder Auslöser für Veränderung. Gleichzeitig sollte diese Unzufriedenheit nicht zur Flucht aus der Situation führen. Vielmehr sollte letztlich die Vision für das Neue deinen nächsten Schritt auslösen.

Dies erfordert eine ehrliche Selbstreflexion und Mut:

Mut zu bleiben oder Mut, loszugehen. Beides wäre ein guter nächster Schritt.

Und jetzt geh los! Werde aktiv! Das Gegengift für Sorgen ist nicht Mut, sondern aktives Handeln. Ersetze deine Sorgen durch Taten. Und der Mut wird deinem Handeln folgen.

 

mehr gute stücke

Glaube nicht alles, was du denkst

Wir neigen dazu, das zu glauben, was wir denken.
Wenn wir etwas erleben, dann prägen unsere Erfahrungen, unsere Werte und unsere Überzeugungen, wie wir das Erlebte interpretieren. Was für uns vollkommen sinnvoll ist, kann jedoch für jemanden mit anderen Erfahrungen und Werten ganz anders aussehen.

weiter lesen >